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Archiv für den Monat Februar 2009

Saudi Soap 1

geschrieben am 21. Februar 2009 um 07:16 von cullmann

Nach dem Motto einer Daily Soap: “es ist nichts passiert, lass uns trotzdem darüber reden” hier mein erster Eintrag aus Saudi Arabien.

 

Es ist wirklich nicht viel passiert. Deshalb heute auch nur ein kurzes Lebenszeichen. Am besten wieder in chronologischer Form.

 

Bis ich aus Dubai eigentlich aussen war, war es doch schon nach 12 Uhr. Hab mich in einer tollen ShoppingMall mit allem Wichtigen eingedeckt, z.B. diese SchokoHaselnussCreme aus Deutschland -) und verschiedene andere Nahrungsmittel die es hier sonst nicht gibt (dt. Brot, guter Käse, italienische Salami … ja, ich muß zugeben, so ab und zu ist es schon nett, wieder was zu essen, daß man von daheim kennt). Aber ich bin ja hier nicht auf einem Selbstkasteiungs-Trip, sondern im Urlaub … und da gönnt man sich mal was gutes ;-) 

 

Die Fahrt aus Dubai war langwierig, da ich das Toll-System umgehen wollte, um nicht für den einen Tag eine Monats-Vignette kaufen zu müssen.

Die Autobahnen waren zum teil vierspurig. Sehr angenehm war, dass Lkw´s nicht überholen durften. So konnte man,  als es später in Richtung Saudische Grenze erst dreispurig und dann zweispurig wurde, doch relativ zügig fahren, obwohl wirklich viele Lkw´s unterwegs waren.

 

Die Zollabfertigung war ein Klacks. Was hab ich für Horrorstorries gehört! Alles mußte ausgepackt werden, alles wurde durchleuchtet, ewig hat es gedauert … usw.  … und bei mir: in einer halben Stunde war ich in Saudi Arabien. Der Grenzbeamte schaute nur sporadisch in ein paar Kisten.

Kleine Geschichte am Rande:  Das Paar, dessen Auto so gefilzt wurde und von denen ich so eine Horrorgeschichte hatte, hatte einen Hund dabei. Hunde gelten in den arabischen Ländern, genauso wie Schweine, als extrem unrein. Vielleicht fühlten sich die Zöllner nur provoziert. Die haben sich angeblich sogar über den Apfelessig gestritten, der in der Küchenbox gefunden wurde! Es ist hier auf jeden Fall ein großer Fehler, einen Hund dabei zu haben. Eigentlich ein NoGo in arabischen Ländern!

 

Naja, ich bin weiter gefahren. Leider war es auf dem ganzen Weg sehr windig. So entfiel leider auch für mich das außen Abendessen und Frühstücken. Der Wind war einfach zu stark. Im Wind wurde man sandgestrahlt und im Windschatten des Autos sammelte sich der Staub und Sand in der Luft. Also Kaltes im Auto Essen. Kochen will ich im Auto doch nicht! 

Wäre gerne gemütlich durch die Wüste gefahren und hätte mir auch gerne mehr Zeit gelassen, aber mit zuviel Wind macht das keinen Spaß. Gestern, nach 2.100 km und 2 1/2 Tagen Fahrt bin ich in Jeddah angekommen. Somit hab ich noch wenige Eindrücke von Land und Leute.

 

Die nächsten Tage bin ich in Jeddah und treffe den Kunden meiner letzten Firma. Die haben mir das Visum für Saudi Arabien erst ermöglicht. Da werde ich noch hoffentlich Geschäfte machen können und danach werde ich wahrscheinlich am Roten Meer ein paar Tage entlang fahren. Ob nach Norden oder Süden ist noch offen. Vielleicht kriege ich hier in den nächsten Tagen mehr Informationen, die meine Reiseroute beeinflusssen. (so lange wird auch im Blog nichts passieren)

 

Ich hoffe, doch ein bischen Unterhaltung gebracht zu haben, wie das halt bei Daily Soaps so üblich ist! Margit, ich bin nicht böse oder eingeschnappt, es war einfach eine schöne Steilvorlage für einen Eintrag hier. Ich mußte auf der langen Fahrt oft an dich und deine Bemerkung “daily soap” denken und hab mir schon die tollsten Sachen ausgedacht, was ich hier schreiben könnte. Zum Glück hab ich die Hälfte wieder vergessen ;-)

 

 

Viele Grüße aus Jeddah/Saudi Arabien,

 

Euer Jens Cullmann

 

PS: nachdem nicht viel passiert ist, sind auch die Bilder diesesmal in meinen Augen sehr ärmlich. Aber so hab ich´s gesehen!

 

Lost in Dubai

geschrieben am 18. Februar 2009 um 05:39 von cullmann

Zwei verlorene Tage in Dubai, so im nachhinein zumindest. Der Ergeiz war groß,

für mein kaputtes mobiles Aussenlicht einen Ersatz in Dubai zu finden.

Allerdings stellte sich das als nicht machbar heraus. Zu speziell waren die

Anforderungen: 1. Energiesparlampe, 2. 12 Volt 3. DC (also für

Autobatteriebetrieb). Das Ergebnis: ich habe Dubai und seine Taxifahrer besser

kennengelernt. Aber der Reihe nach!

 
Nach dem (touristischen) Viehmarkt in Nizwa ging es über den Gebirgsrücken

Richtung Norden. Natürlich nicht die Hauptstraße sondern irgendwo im Gebirge

nach GPS-Koordinaten meines Off-Road-Reisefüherers Oman. Die Strecke stellte

sich als äußerst schwierig da, obwohl es nicht so beschrieben war. Bisher war

es oft umgekehrt. Viele Tracks waren inzwischen bessere Straßen und oft sogar

schon geteert. Naja, ein kleines Beispiel: Ein Koordinatenpunkt war Luftlinie

von meinem Standpunkt 9 km weg. Es war 12:30 Uhr und ich dachte, die fahre ich

schnell und dann mach ich Mittagspause. Drei Stunden später hab ich den

Koordinatenpunkt erreicht! Es ging nur bergauf, bergab, durch große Wadis,

durch enge Wadis usw. Bin ja schon viel im Gelände gefahren, aber sowas hab ich

auch noch nicht erlebt. Mein GPS zeigt mir immer die Entfernung zu so einem

Koordinatenpunkt. Aber irgendwann war ich schon mal ziemlich genervt, weil es

irgendwie nicht voran ging. Naja, für die circa 40 km Luftlinie über den

Gebirgskam wurde dann eine Tagestour mit Übernachtung mitten drin.
Dazu kam noch, dass es leider sehr diesig war. Laut Reiseführer eine der

spektakulärsten Routen im Oman. Was ich durch den Dunst so sehen konnte, kann

ich das bestätigen, leider war die Fotoausbeute nicht sehr berauschend. Aber

das war ja schon so in der Eselnacht!

 
Am Sonntag schlief ich nochmal kurz vor der Grenze zu den Emiraten, da auch das

Bild mit dem Skorpion, der anscheinend den Thunfisch gerochen hat ;-)  Hier

vielleicht noch eine kleine Anmerkung. Danke für die Rezepte, aber egal ob mit

Weisweinsauce oder Rotweinsauce, ich bin hier in arabischen Ländern und da gibt

es weder noch! Wahrscheinlich gibt es in Dubai Wein zu kaufen, aber spätestens

an der Saudischen Grenze hab ich den nicht mehr. Ich hab die Rezepte notiert

und werde das im südlichen Afrika nachholen.

 
Montag war ich dann mittags wieder in Dubai. Und wie oben erwähnt, mit weniger

Erfolg bei der (Auto-)Energiesparlampensuche. Taxifahrer kommen meißtens aus

Pakistan oder Indien. Arbeiten hier zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche

und durchgehend ein bis zwei Jahre (durchgehend heißt dann wirklich durchgehend

… 365 Tage am Stück). Dann dürfen sie je nachdem, wie lange sie gearbeitet

haben zwischen zwei und drei Monate Urlaub nehmen. Da geht es dann heim zu

ihren Familien, die sie in der Zwischenzeit natürlich nicht gesehen haben!  no

comments!
Taxifahrer sind in so einer pulsierenden Stadt immer am Puls der Zeit und

kriegen am schnellsten mit, wie es der Wirtschaft geht. Ein Taxifahrer, der den

Job schon seit 1982 macht, erzählte mir, daß Dubai ruhig geworden ist in den

letzt drei/vier Monaten. Das merke er am besten an den Fahrten nachts. Früher

ging das Geschäft tatsächlich rund um die Uhr. Jetzt ist es schwer, nach 10 Uhr

abends Fahrten zu bekommen! Also auch hier die Auswirkungen der

Wirtschaftskriese, oder hat Dubai ein anderes Problem?

 
Wie dem auch sei, Dubai ist für mich Gigantismus pur! Das eine Shoppingcenter

(Dubai Festival City) in dem ich war, ist sooooo riesig und irgendwie war ich

echt geschockt über die Größe. Wenn man alle Läden der Nürnberger Fußgängerzone

in ein Shoppingcenter steckt, ist das wahrscheinlich ein guter Vergleich.

Natürlich ist dann auch ein Kino mit drin und Bowlingbahn.

 
Dann hab ich es natürlich auch in Spezialläden der Innenstadt probiert, mein

“Licht” zu bekommen. Jeder wußte was, wo es solche Lampen geben könnte (das

gehört wahrscheinlich auch zur Höflichkeit im Islam, die Aussage”nein, gibt es

nicht” kommt nicht aus dem Mund der Leute, es wird immer versucht zu helfen), 

… auch eine Art, eine Stadt kennen zu lernen!

 
Was sonst noch! Ich finde es ja fast erschreckend, dass mein Blog zur “Daily

Soap” degradiert wird … hat mir schon irgendwie zu denken gegeben! Schreibe

ich so viel Schwachsinn!?! Wenn ich nicht wüßte, von wem der Kommentar kommt

und wie es wahrscheinlich gemeint ist, wäre ich echt beleidigt!  ;-)

 
Jetzt geht es jedenfalls weiter in Richtung Saudi Arabien. Der große weiße

Fleck auf der Planungskarte der Reise. Es war schwierig an Infos über das Land

zu kommen. Selbst in den Buchläden hier in Dubai gibt es für alle Golfländer

Reiseführer, aber keinen für Saudi Arabien. Mal sehen, wie Saudi Arabien ist,

wenn man erst mal vor Ort ist!

 
Viele Grüße nochmal aus Dubai,

 
Euer Jens Cullmann

 

 

PS:  Nochmals danke für alle euere Kommentare. Finde ich echt super, wie das hier funktioniert. Auch wenn ich manchmal im Internetcafe laut los lachen muß über den ein oder andern Kommentar und alle im Internetcafe auf mich schauen -)

Und bitte nehmt es mir nicht krumm, wenn es mir nicht gelingt, auf alle Kommentare einzugehen! So ein Blog ist schon ein ganz schöner Zeitaufwand … ein Schöner ;-)

 

Marga, Jemen war mir durch die Vorkommnisse in der letzten Zeit als Alleinreisender doch zu heikel. Deshalb der große Bogen um Jemen. Währe sehr sehr gerne durch Jemen gefahren. Es muß dort wirklich auch toll sein.

 

Die ersten drei Bilder in der Gallery “letzter Akt Oman” sind vom Landesinneren auf der Fahrt nach Salalah. Die fand ich aber so schön und wollte sie euch nicht vorenthalten. Danach dann Bilder ab Nizwa über die Berge. Leider diesig, aber so war halt das Wetter.

 

Viehmarkt Nizwa, Oman

geschrieben am 14. Februar 2009 um 08:13 von cullmann

Eigentlich gibt es nicht viel Neues. Auf den neuen Bildern ist viel vom Viehmarkt in Nizwa zu sehen. Dort treffen sich jeden Donnerstag und Freitag morgens die Viehhaendler und bieten ihr Vieh an. Ach, fuer die, die es noch nicht wissen. Donnerstag und Freitag in islamischen Laendern, ist wie bei uns Samstag und Sonntag. Also zurueck zum Viehmarkt. Die Haendler bieten ihre Ware an, indem sie unter einem grossen Pavillion im Kreis mit ihrem Vieh laufen. Innen und aussen davon sind moegliche Kunden (und ich), die sich das Vieh anschauen und dann wird gefeilscht.  Deshalb ist auch auf meiner Bilderseite ziemlich viel davon zu sehen. Da es hier eine Maennergesellschaft ist, sind es auch meisstens Maenner, die mir vor die Linse liefen ;-)

 

Ansonsten hab ich vorgestern auf der Fahrt von Salalah hierher einen sehr sehr langweiligen Tag gehabt. Bin von 8 bis 18 Uhr fast nonstop gefahren. Ein Bild hab ich von der Landschaft in der Gallery. 800 der 850 gefahrenen Kilometer sahen so aus. Von der grossen Wueste Rub al Kali sah man in der Ferne ein paar Auslaeufer … jede Erhebung wurde zum Highlight … dafuer hab ich mich abends mit einem leckeren Thunfisch belohnt. Als kleiner Beweiss, warum ich so schwaerme, ein Bild in der Gallery -)

 

Ansonsten lief in den letzten zwei Tagen ziemlich viel schief oder war nicht so schoen. Das Leben sehe ich gerade wieder als Probe, wobei es mir beim schreiben schon wieder besser geht. Erst mal musste ich meinen Oelfilter wechseln. Eigentlich macht man das alle 10.000 km. Ich hab nach 22.000 km mal daran gedacht/bin darauf hingewiesen worden. (ich bin aber auf meiner Tour hier noch keine 22.000 km gefahren).  Das Oelfilterwechseln ist sehr sehr einfach. Drei Schrauben auf, Filter wechseln und Schrauben wieder drauf. Allerding schaut man danach aus wie …! Naja, dann ging mir noch meine Aussenlampe kaputt. Die kann man mit einem Magneten am Auto befestigen, irgendwie bin ich an das Kabel gekommen, das Ding faellt runter und natuerlich in tausend Stuecke. Leider konnte ich in Nizwa keine solche “Energiespeziallampe” 15 W, 12V finden, weshalb ich ueber Dubai zurueck fahre. Dort soll es naehmlich einen grossen Outdoorladen geben. Vielleicht hat der sowas.

Heute Nacht hatte ich Besuch von vier Eseln (bitte keine bloeden Kommentare, mir wuerden auf Anhieb mindestens drei einfallen!). Auf jeden Fall bin ich ganz schoen erschrocken. Dadurch, dass ich ja kein Aussenlicht mehr habe, hab ich kurz vor Sonnenuntergang einen ruhigen abgelegenen Schlafplatz auf 2.300 Metern Hoehe gefunden. Also schnell alles vorbereiten, weil wenn es dunkel ist, hab ich nur noch eine kleine Stirnlampe. Also das uebliche Prozedere, Tisch, Stuhl, Kocher usw. aubauen, Klappdach hoch und bettfertig alles herrichten, Ladegeraete fuer Kameraakkus usw. einstoepseln, Abendessen vorbereiten usw. Dann war es auch schon fast dunkelIm Eifer des Gefaechts und der Hecktik hab ich meine Umwelt ganz vergessen, dann ein ungewohntes Geraeusch hinter mir, ich dreh mich um und mach mir vor Schreck fast in die Hose. Stehen nicht weit von mir weg vier Esel und kucken mich entsetzt an, so wie ich wahrscheinlich in dem Moment auch. Naja, die Aufregung hat sich schnell gelegt, es war mir dann doch etwas unheimlich. Im stockdunkelen vier Esel um sich herum zu haben. Mal naeher am Auto, mal weiter weg … und ab und zu ein Eselschrei, der in der Stille der Bergwelt markerschuetternd sein kann. (Es war wirklich stockdunkel. Der Mond ging erst nach 22 Uhr auf). Naja, so im nachhinein muss ich sagen, war ich ja eigentlich der Stoerenfried. Die Esel sind dort wahrscheinlich jeden Tag. Das ist ihr Revier.Sie waren auch morgens noch in Sichtweite. Stoehrend waren nur nachts die Geraeusche ums Auto und ab und an das Eselgeschrei, brrrrr.

 

Naja, soll ich weiter jammern!?! Laut Reisefuehrer ist das hier um Nizwa die tollste und spektakulaerste Berglandschft die Oman zu bieten hat … Pech nur, das seit zwei Tagen die allegemeins Sicht maximal ein bis zwei Kilometer ist. Der Blick in die Ferne ist wie in Nebel …  Alles geht schief! Ob das die Zahnpasta ist, die ich nach dem Spuehlen aus Faulheit vom Dachzelt nach aussen spucke und die Haelfte wegen drehenden Gegenwind ans Auto klatscht … oder das Fruehstucksei, das morgens beim Auspacken hinter der Hecktuer runter faellt, oder die gespuehlte Espressokanne, die noch feucht in den Dreck faellt, ist … viele solche Kleinigkeiten machen einem die gute Laune schwer. Natuerlich steige ich dann noch irgendwann mit meinen Schuhen in das kaputte Ei …  da hab ich wirklich Angst, den Motor des Autos zu starten … wer weiss was dann kaputt geht …. aber das ist wahrscheinlich zu viel schwarz gemaht.

 

So, nun ein kleiner Aufruf an euch. Habe auf der Fahrt meine Liebe zur klassischen Musik entdeckt. Es ist toll, durch tolle Landschaften zu fahren und dabei klassische Musik zu hoeren. Leider hab ich nicht so viel klassische Musik dabei. Aber vielleicht koennt ihr euch organisieren und mir fetzige klassische Musik zukommen lassen. Es ist ja kein Geheimnis, ich bekomme in drei Wochen Besuch aus Deutschland ;-)  vielleicht gelingt es euch (wer will und kann) mir in Form von mp3-Dateien (am besten auf SD-Karte, notfalls auch CD, habe aber keinen CD-Player im Autoradio) klassische Musik zukommen zu lassen. Allerdings muesste das dann bis 28. Februar bei meinen Eltern sein. Die Adresse findet ihr auf meinem Blog im Impressum/Imprint. Also, ich rechne mit eurer Unterstuetzung -)

 

 

Viele Gruesse aus Nizwa/Oman,

 

Euer Jens Cullmann

 

 

Noch ein paar Worte zum Schluss. Ich finde es echt klasse, wie sich der Blog entwickelt. Danke fuer die vielen Mails und euer Feedback im Blog. Es ist echt schoen, von euch zu lesen und es motiviert fuer weitere Bilder/Texte.

 

Danke!

 

Salalah, Oman

geschrieben am 11. Februar 2009 um 19:20 von cullmann

Heute ein kurzer Bericht aus Salalah. Wie fange ich an. Eigentlich hat es schon in der Hauptstadt, in Muscat angefangen. Ich wollte wissen was ein arabisches Wort in englisch heißt, habe einen Omani im Restaurant gefragt, wo ich gerade war. Der hat mir das erklärt. Während des Gespräches stellte sich heraus, das er Lehrer in der Nähe von Salalah ist und momentan hat er nichts zu tun, weil gerade Schulferien sind. Er besteht darauf, dass ich ihn anrufe, wenn ich in Salalah bin und das habe ich getan. Allerdings hab ich mir vorher noch ein kleines schnuckliges und erstaunlich günstiges Hotel direkt am Strand gesucht, damit ich mich mit meinen Sachen auch mal ausbreiten kann. Und gestern morgen (Tag meiner Ankunft hier) hat sich Issa (so heißt der Lehrer) rührend um mich gekümmert. Wir sind mit seinem Auto bis an die jemenitsche Grenze gefahren. Eine wahnsinnig spektakuläre Küstenstraße mit (im muss mich leider wiederholen) für mich tollen Landschaften. Ganz anders als Salalah, viel mehr Vegetation und ein plötzlich ein ganz anderer Schlag Menschen. Die Frauen tragen ihr Kopftuch offener, so das ein Gesicht erkennbar ist. Das ist in Salalah noch ganz anders. Viele Frauen haben eine Maske mit Sehschlitz plus Kopfbedeckung oder einen feinen Schal um den ganzen Kopf, einschließlich Gesicht gewickelt.

 

Gestern war wurde jedenfalls der Westen von Salalah abgefahren mit vielen Pausen zum Tee trinken, Mittagessen, Abendessen und Abendessen. Heute sind wir in den Westen gefahren. Wieder sehr spektakuläre Aussichten aufs Land. Dann Mittagessen in Issa’s Haus, weiteren Besichtigungen, Abendessen und Shoppingtour … Verpflegung für die nächsten Tage. Natürlich waren wir am Fischmarkt. Es gibt wieder Thunfisch in den nächsten Tagen -)

 

Vielleicht hier ein kurzer Exkurs, weil ich in Mails schon ein paar mal gefragt wurde. Unter zwei Stunden vom Aufstehen, Frühstücken, mich “organisieren” bis zur Abfahrt schaffe ich es nicht, wenn ich alleine irgendwo campe.

Da muß natürlich erst mal alles aufgebaut werden, Tisch, Stuhl, Kocher, Töpfe usw. dann Frühstücken, Abwasch, wieder alles einpacken und verstauen, dann der Auto-/Motorcheck, Ölstand, Keilriemen prüfen, nach Auffälligkeiten Ausschau halten, unter dem Auto schauen, ob was tropft, sind die Spanngurte die die Dachboxen sichern noch in Ordnung usw.

Dann müssen die Scheiben geputzt werden, durch den vielen Staub ist das jeden Morgen nötig. Dann natürlich noch Körperpflege incl. Zähne putzen. Hier muß ich meine Aussage von neulich zurück nehmen. Es ist inzwischen tagsüber so warm und teilweise staubig, dass ich mich doch jeden Abend auf meine Dusche freue.

Nachdem dann wieder alles verstaut ist und die Kisten gesichert sind, kann es endlich los gehen … ach stopp! Ich liebe ja Saftschorlen. Also noch schnell zwei große Flaschen Saftschorle für den Tag mixen … viel trinken ist auch hier wichtig!

 

Je nach Landschaft hatte ich bisher schön warme Nächte, aber dann auch mal vor Salalah in der Wüste eine relativ kühle Nacht (10 GradC) in der ich bereuht habe, den dicken Schlafsack schon verpackt zu haben. Aber zum Glück hatte ich warme selbstgestrickte Socken von Frau H. aus M-dorf, die ich vor meiner Abreise noch als Geschenk bekam. Sie haben also hier einen festen Platz in meinem Kleiderschrank ;-)

 

Morgen geht es wieder Richtung Norden. Wo ich wann schlafen werde, wird morgen sehr spontan entschieden.  Aber eines ist sicher: Thunfisch zum Abendessen!

 

 

Viele Grüße aus dem sehr angenehmen Salalah,

 

Euer Jens Cullmann

 

 

Eine kleine Information am Rande, weil sie mich sehr erstaunt hat. Das Gebiet um Salalah hat im Juni, Juli und August Monsunzeit. Also fast täglich heftigen langen Regen. Aber genau dann ist hier Hochsaison, die Hotels sind ausgebucht und alles teuerer. Dann bekommt die Stadt Besuch von Touristen aus der ganzen Golfregion. Das Gebiet ist das näheste Ziel für die Touris, die dann echte natürlich wachsende Pflanzen und Grün erleben können und wollen. Und der viele Regen muß auch ganz toll für die Besucher sein, die dann auch im Regen spazieren gehen und sich darüber freuen. Bei uns würde man sich über einen verregneten Urlaub ärgern, hier nicht!

 

An der Küste nach Salalah

geschrieben am um 03:39 von cullmann

Es klingt wahrscheinlich schon langsam nicht mehr glaubwürdig, aber hier macht das Reisen echt richtig Spaß. Jeder Tag hat seine Highlights und es sind zum Glück keine Negativen.

 

Am besten chronologisch: Nach Muscat habe ich mich entschlossen, mehr oder weniger erst mal an der Ostküste entlang zu fahren. Habe in Muscat in einen Buchladen ein Off-Road Oman Buch zufällig entdeckt und gekauft, daß sich als sehr hilfreich entwickelt. Viele Routen hätte ich so nicht gefunden und es sind wieder mal fantastische Landschaften und tolle Wadis durch die ich fahre.

 

Eigentlich will ich nochmal irgendwo in den Bergen schlafen, zufällig schlägt dieses Buch eine sehr anspruchsvolle Tour in ein Bergdorf vor. Also nichts wie hin … unterwegs gable ich noch zwei Bangladesi (wie nennt man Männer aus Bangladesch?) auf, die auch in das Dorf wollen. Die Strecke erweißt sich als wirkich nicht einfach. Es geht erst mal vom Meer sehr sehr steil auf 700 Höhenmeter. Teilweise hat mein Auto selbst im “low gear”-Gang echte Schwierigkeiten, die Steigungen zu meistern. Auf der anderen Seite des Berges, genau umgekehrt, so steil bin ich noch nirgends runter und auch meine beiden Begleiter, die sich übrigens zu zweit auf den Beifahrersitz quetschten, halten sich verkrampft an einem Griff am Armaturenbrett fest, als es abwärts ging. Dann wieder ein kurzes Stück noch steiler und sehr kurvig nach oben und wir waren mitten in einer kleinen Ortschaft. Das die Straße oder sagen wir besser der Weg hier zu ende war muß ich nicht großartig erwähnen. Jedenfalls wurde ich gleich dem örtlichen Imam vorgestellt, mit dem aber magels Englischkenntnissen, über seine Söhne kommuniziert werden mußte. Dann das Übliche, Teerunde unter Männern, Nettigkeiten austauschen, die üblichen Sachen abfragen, usw. Dann werde ich eingeladen, bei Ihnen zu schlafen, ich verweise aber standhaft auf mein “Mobil Home” und wir einigen uns, daß ich vor ihrem Haus schlafe. Dann wird mir noch der Garten gezeigt. Ein kleines Paradies, wie eine Oase, von Dattelpalmen, Mangos, Papayas, Kürbissen, Tomaten, Orangen, Limonen wächst hier alles. Jede Pflanze hat ihren Sinn, alles wird mir erklärt. Die eine Pflanze ist gegen Magenschmerzen, bei der Anderen sind die Blätter gut um offenen Wunden zu heilen, usw.
Beim Abendessen erfahre ich, daß ich der zweite Tourist bin, der in dem Dorf übernachtet. Der erste Tourist war vor circa 10 Jahren da!!! Ich fühle mich wie am Ende der Welt ;-)

 

Am nächsten Tag dann wieder den Berg meistern, aber es klappt besser als befürchtet. Ich spiele wieder Taxi für zwei Bangladesi (ob das jetzt so stimmt, ich erwarte euere Antwort ;-) !?!) auf jeden Fall waren die aus Bangladesch -)
Dann wie am Vortag, tolle Landschaften, wobei ich jetzt öfters an der Küste bin. Abends will ich am Meer schlafen, lese aber in meinem Reiseführer von einem Strand, an dem Schildkröten ihre Eier ablegen. Allerdings kann man dort nicht direkt campen und es gibt nur geführte Touren zu den Schildkröten. Außerdem stand in dem Buch, das der Januar der mit Abstand schlechteste Monat ist, Schildkröten zu sichten. Das klingt mir zu stressig und zu wenig Erfolg versprechend und darum geht es an der Küste weiter in Richtung Süden.

 

Irgendwann bog ich einfach mal ab und suchte einen schönen Strand zum Schlafen, den ich auch schnell fand. Unten angekommen sah ich noch eine Gruppe Omani, die ein Zelt aufgeschlagen hatten. Ich ging hin, stellte mich vor, dann das übliche, Einladung zum Tee und arabischen Kaffee, Fragerunde usw. Dann zog einer aus dem Sand einen großen Fisch, der dort anscheinend einfach mit viel glühenden Holz vergraben wurde und vor sich hin schmorte. Ich kam also genau zur richtigen Zeit. Es gab als Nachmittagssnack den Fisch (siehe Fotos) mit zerquetschten Datteln, die dazu gereicht wurden. Vom Fisch wurde einfach fachmännisch die äußerste Hautschicht entfernt (wegen dem Sand natürlich) und dann wurde der Fisch von circa fünf bis sechs Omani und mir gegessen. Teilweise war doch noch etwas Sand dazwischen, aber das störte keinen. Dann erzählten sie mir, daß es hier abends auch Schildkröten gäbe, die an Land kommen zur Eiablage. Also wußte ich schon, was ich abends, nachts und früh morgen machen werde ;-)  … aber der Reihe nach, es ist ja erst nachmittags. Die Gruppe waren alles omanische Männer, die aus der nähern Umgebung kamen und sich anscheinend regelmäßig zum Fischen/Campen treffen. Wir verabschiedeten uns und die Omanis gingen zum Fischen, ich zum ersten Mal zum Baden und dann zum Abendessen zubereiten.

 

Und jetzt kommt das, worauf wahrscheinlich schon eingige von euch gewartet haben: meine Thunfischscheiben! Ich folgte Magdalenas Vorschlag, Knoblauch und Zitronen waren noch schnell in Muscat neben dem Fischmarkt organisiert. Den Rest hab ich in meiner umfangreichen Bordküche dabei (konnte sogar Kapern finden)(ja Kai, spar Dir Deinen Kommentar ;-)  ) Dann nach Anleitung die Fischscheiben in Olivenöl, würzen nach Rezept und dann abends der große Moment! Ich muß sagen, besser als bei Nino in Langenzenn, wobei die Kapernsoße bei ihm besser war. Aber dann die Steaks auf beiden Seiten genau Richgtig lange angebraten, so das beim Aufschneiden das mittlere Drittel noch rot ist …. ich krieg gleich wieder Appetit …

 

Der Tag ist noch nicht um … wie anfangs erwähnt, folgte in den letzten Tagen für mich ein Highlight nach dem anderen. Auf meiner abendlichen Strandpatrolie mit einem Omani, entdecken wir doch tatsächlich frische Spuren im Sand, die auf eine Schildkröte schließen lassen. Wir folgen den Spuren in der Dunkelheit und tatsächlich finden wir eine über einen Meter lange Schildkröte, wie sie gerade ein Loch gräbt. Das ist schon ein seltsames Gefühl da daneben zu stehen und einem so wehrlosen Geschöpf in dem Moment zuzuschauen, einem Geschöpf, von dem es auch versteinerte Exemplare gibt, so lange gibt es die schon auf der Erde! Aber jetzt lieber zurück zum JETZT, bevor es zu philosophisch wird! Am nächsten Morgen entdecke ich zwei weitere Spuren, eine führt über einen großen Bogen direkt wieder ins Meer. Die Andere zu einer weiteren Schildkröte, die aber schon zwei Löcher gegraben hat, die auch noch nicht wieder zugeschüttet sind und nun am Dritten ist! Irgendwann als es heller wird, verläßt sie die Stelle ohne Eiablage zurück ins Meer.

 

Nach dem Frühstück und Verabschiedung von den Omanis geht es für mich weiter an der Küste. Ich folge wie in den Tagen davor auch, öfters irgendwelchen Routenforschlägen aus dem Off-Road-Buch. Die Landschaft verändert sich mehr und mehr zur richtigen Wüste. Es wird immer sandiger, Asphaltstraßen werden zu Tracks und plötlich ist der befestigte Weg nicht mehr da. Wie laut Buch, nur noch hohe Dünen. Also Luft aus den Reifen, damit ich mich nicht festfahre und den teilweise gerade noch sichtbaren Spuren folgen, die im Sand sind. Dann doch ein bischen Adrenalin, als ich mich in zwei Dünen beim hochfahren festfahre, aber glücklicherweise kann ich aus beiden Dünen rückwärts wieder runter rollen und beim zweiten Versuch mit mehr Schwung klappt es dann auch. Zum Glück ist diese Passage nicht sehr lange. Weiter unten im Buch dann noch der Warnhinweis, diese Strecke nie alleine zu befahren, aber jetzt ist sie ja hinter mir -)

 

Bei der Weiterfahrt lese ich im Reiseführer, daß es von der Küste eine Autofähre auf die Insel Masirah gibt. Kurzentschlossen wird der Hafen angesteuert und dann geht alles ganz schnell und plötzlich bin ich ungeplant und ganz spontan auf der Autofähre zur Insel Masirah. Kurz vor Sonnenuntergang erreicht das Schiff die Insel. Der Reiseführer sagt, Westküste kein Wind, Ostküste Wind vom offenen Meer. Also fahre ich noch schnell an einen ruhigen langen Sandstrand an der Westküste, erlebe während der Fahrt einen spektakulären Sonnenuntergang in tollen Farben und erreiche den Strand in der Dämmerung, schnell noch baden im Meer, mal wieder Thunfisch zum Abendessen (wird hier im Oman bestimmt mein Lieblingsgericht) und auf meiner nächtlichen Strandwanderung im Mondschein entdecke ich wieder eine Schildkröte.

 

Das mit Ostküste und Westküste hat auch noch so seine Geschichte. Ich dachte ja, toll, Westküste, kein Wind, dort hab ich meine Ruhe. Das dachten wahrscheinlich auch hunderte von Sandfliegen, die mir am nächsten Morgen das Leben schwer machten und ich mich mit langärmligen Kaputzensweatshirt schützen mußte … auf jeden fall stand für mich von da an fest: in der nächsten Nacht wird auf jeden Fall an der windigen Ostküste gecampt.

 

Die Insel ist schnell umrundet. Also entschließe ich mich für eine “Bergtour”. Der höchste Punkt ist auf 275 Meter über norman Null und ist ein Hochplatou. Ihr werdet jetzt lachen, aber es war echt nicht einfach dort hoch zu kommen. Erst mal einen Weg dorthin finden und in der Hitze dann dort hoch, verlangte dann doch einige Überwindung. Wobei ich dabei voll auf meine Kosten kam. Schon unterwegs fand ich das, was es am Strand schon zu genüge gibt, Muscheln. Auf dem Weg in den “Bergen” allerdings in versteinerter Form. Oben dann wurde ich mit einer tollen Aussicht belohnt und mit noch mehr Versteinerungen. Teilweise waren die Muscheln durch Wind und Wetter so freigelegt worden, daß sie einfach da oben lagen, Muschel neben Muschel, nur eben aus Stein oder wie der Fachmann sagen würde, mineralisiert! (Kieselsäure usw.)
Beim Abstieg noch mehr Versteinerungen (was für mich ein echtes Highlight ist), dann die Erde und Steinschichten in tollen Farben, von fast blau, lila, gelb, schwarz sowieso und viele Schattierungen dazwischen. Ab und zu scheuche ich Schlangen auf, die sich aber als sehr sehr flinck erweisen (nein Mama, ich fange (wahrscheinlich) keine schwarze Mamba mehr, außerdem gibt es die erst wieder in Afrika).

 

Dann ein friedlicher Abend an der Ostküste mit einem Bad im Meer und Frühstück ohne Sandfliegen. Früh mit der Fähre auf das Festland und von da weiter mit Grobziel Salalah ganz im Süden Omans.

 

Ich hoffe, es war diesmal nicht zu viel Text, aber unterwegs gab es im “Nichts” kein Internet um vorher einen Bericht online zu bringen und für mich ist wirklich viel passiert in den paar Tagen hier!

 

Viele Grüße aus Salalah und sehr bald mehr aus dieser ganz anderen Welt hier im Süden Omans,

 

Euer Jens Cullmann

 

Oman hat was!

geschrieben am 3. Februar 2009 um 15:35 von cullmann

Nach Dubai ist der Oman wie Erholung. Der Verkehr in Downtown Dubai war nicht schoen. Eigentlich war immer ueberall Stau. Hier in der Hauptstadt Muscat geht es sehr gemuetlich zu. Die Omanis sind freundlich und relaxed. Der Grenzuebertritt war fast erholsam und die Grenzbeamten haben sehr geholfen. Die zwei Naechte vor Muscat hab ich in den Bergen verbracht. Endlich kommt auch mal richtiges Campingfeeling auf. Man kann/darf ueberall campen wo es nicht verboten ist! Also einfach von der Strasse/vom Track weg, irgendwo hin fahren, wo man denkt, man ist alleine und dort campen. So einfach ist das.

 

Natuerlich ist es jedes mal ein kleiner Nervenkitzel, vor allem, wenn man alleine unterwegs ist. Wenn moeglich, wird die naehere Umgebung erst mal zu Fuss erkundet. Wer liebt schon Ueberraschungen, wenn man sie nicht unbedingt haben will. Zum Beispiel beim Duschen. Jeden zweiten Tag sollte man ja spaetestens Duschen (kommt natuerlich auch darauf an, wie sehr tagsueber transpiriert wurde), das war somit auch in den Bergen wieder der Fall. Wie Ihr vielleicht auf den einem Bild gesehen habt, gibt es nirgends groessere Baeume oder Buesche. Also haengt man die Campingdusche am Auto auf und hofft, dass nicht genau dann jemand “ueberrascht”, wenn die Kleider abgelegt sind. Schon ein komisches Gefuehl, mitten in der Steinwueste ohne Sichtschutz nackt duschen … und das auch noch in einem islamischen Land!

 

Ganz alleine bin ich nie, dass hab ich spaetestens nach meinem Rundgang gemerkt. Irgendwo Spuren von Ziegen, von weiten auch selten akkustisch zu hoeren. Und wo Ziegen sind, ist auch irgendwo zumindest ein Ziegenhirte. Man hat ja in so Situationen doch eine ganz andere Sinneswahrnehmung, zumindest geht es mir so. Ja, ich gestehe, natuerlich ist da Adrenalin dabei. Andere lassen sich mitten im Urwald absetzen, ich hab das schon beim Campen in Laubendorf … und hier erst recht ;-)  (lese gerade ein Buch von Ruediger Nehberg, der Survivalgot, will ja auch zumindest theoretisch auf Ausnahmesituationen vorbereitet sein und vor meiner Abreise aus Deutschland hab ich es nicht mehr geschafft zu lesen).

 

Die Naechte sind ruhig. Die Sonne ist weg, der Wind flaut ab, kaum noch Geraeusche. Dafuer ein toller Sternenhimmel … und zum Einschlafen den Nehberg -)

Und am ersten Morgen muss ich feststellen, dass ich noch ziemlich unorganisiert bin. Vieles ist noch umstaendlich verpackt. Fruehstueck vorbereiten dauert Ewigkeiten. Erst finde ich den Zucker nicht, dann ist das Marmeladenglas in einer anderen Box, die nur umstaendlich zu erreichen ist, dann tropft der Kanister, wo ist das Besteck … ich koennte hier noch laenger aufzaehlen … Kleinigkeiten die aufhalten, aber ich weiss, es wird sich einspielen. Dann kommt noch dazu, dass ich kleidungstechnisch noch nicht richtig umgestellt habe von kalt auf warm. Selbst in Dubai waren die Naechte noch sehr frisch. Hier sehr angenehm. Nach laengeren Suchen hab ich meine Sommerklamotten gefunden, natuerlich ganz unten in der Kiste …

 

Oman ist definitiv Toyotaland. Ueberall Hilux, Landcruiser, Prado, usw. Allerdings faellt mein Toyo wieder komplett aus der Reihe … er ist mit Abstand der Aelteste, dabei hat er doch erst neun Sommer auf der Karosserie! Hier ist es wie im Iran, Maenner werden zu Kindern. Ich habe den Toyo vor dem Hotel geparkt und jedes Mal, wenn ich am Auto bin, muss ich Rede und Antwort stehen, sowohl bei Omanis, Inder, Pakistani und Deutschen Urlaubern, die FUE mit Fuessen verwechseln :-(  Fuerth hat da anscheinend ein Imageproblem!

 

Werde morgen Muscat verlassen und wahrscheinlich an der Kueste in den Sueden fahren, dort sollen schoene Straende sein … wo waren doch gleich wieder meine Taucherbrille und Schnorchel im Toyo?! ;-)

 

Viele Gruesse,

 

Euer Jens Cullmann

 

Ich brauch Deine Hilfe!

geschrieben am 2. Februar 2009 um 10:29 von cullmann

Heute mal ein anderer Blogeintrag. Bin heute in Muscat, der Hauptstadt Omans angekommen. Einen ausfuehrlichen Blog der letzten Tage mit Bildern gibt es morgen, versprochen!

 

Also, ich hab da zwei Fragen:

 

1. Wie zaubert man einfach und simpel (so dass auch ich das kann!) aus einer Thunfischscheibe etwas leckeres zum Essen?  Die Idee kam mir gerade spontan. Bin ueber den Fischmarkt vor meinem kleinen Hotel direkt am Hafen und da waren diese leckern grossen Thunfische, die auch scheibchenweise verkauft werden. Und wenn ich Uebermorgen weiter fahre, moechte ich mir ein Stueck Thunfisch mitnehmen. -)

 

Bitte schreibt mir doch, wie ich so eine Scheibe eurer Meinung nach am besten zubereite, also ein Rezet. Ich habe eine Pfanne, Oel, Gewuerze … und mir laueft schon jetzt das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke ;-)

 

2. Anliegen: Ich habe im Auto mehrere zwoelf Liter Kanister mit grossen Schraubverschluss. Leider verlieren die immer Wasser, egal wie fest ich zu drehe! Auch wenn die Kanister aufrecht im Auto stehen, durch das Geschuettel ist der Boden um die Kanister immer feucht, manchmal nass … und ja, sie haben einen Dichtungsring, der ist auch im Schraubdeckel und in Ordnung! Hat jemand eine Idee wie ich die verflixten Dinger dicht kriege?

 

Warte gespannt auf Euere Antworten! Bitte schreibt hier auf den Blog und nicht per Mail, so koennen wir vermeiden, dass Rezepte oder Vorschlaege doppelt kommen!  -)

 

Schon mal Danke fuer Deine Hilfe,

Jens Cullmann

 

PS: schon witzig, bei Kochfragen bisher nur Antworten von Maennern ;-)