Jetzt doch Dubai
geschrieben am 29. Januar 2009 um 15:30 von cullmannnaja, wie war das noch gleich. Erstens kommt es anders … usw. Ich habe mir am Samstag, als mir eröffnet wurde, dass das Schiff nicht fährt, widerwillig überlegen müssen, wie ich die Woche rum kriege, hab meinen Freund Behrous in Teheran angerufen und dann irgendwann abends stand die Route fest. Sonntag als es dann früh los ging hab ich mich auch schon gefreut. Die Küste entlang nach Westen, dann wieder hoch in die Berge bis nach Lar war die erste Tagesetappe. Kurz vor Lar bekomme ich einen Anruf von der Schifffahrtsgesellschaft. Man eröffnete mir, daß jetzt am Dienstag ein Schiff fahren würde und wenn ich mit wolle, solle ich morgen bei ihnen in Bander Abbas sein. Also Montag früh wieder nach Bandar Abbas, nachmittags wurde der Preis verhandelt, der in meinen Augen Wucher ist, aber ich hatte schon aus anderen Quellen erfahren, wo das Ende des Verhandlungsspielraums ist. Angefangen wurde mit 850$. Nach einer Stunde waren wir bei 550$ und dabei blieb es dann auch. Natürlich kamen noch Gebühren dazu! Man einigte sich dann, am Dienstag die Formalitäten zu regeln.
Dienstag um 8 Uhr dann bei der Schifffahrtsgesellschaft. Dort Bill of Lading vorbereiten und bezahen. Ab 9 Uhr am Hafen. Dort wieder ein bürokratische Alptraum. Zum Glück ist Amir von der Schifffahrtsgesellschaft dabei. Dem laufe ich nur hinterher. Dort Kopien, dann hier zig Stempel, dann wieder irgendwelche Bescheinigungen holen, zwischendurch viel Smaltalk mit den Beamten, überall werd ich vorgestellt, Hände schütteln, Smaltalk …. wo kommst du her, Germany, aha, Beckenbauer, Klinsmann, Boris Becker … das muss ich mir fast bei jedem anhören. Um zwei Uhr sind wir dann auch schon fertig. Zolltechnisch darf ich jetzt den Hafen nicht mehr verlassen. Irgendwann fangen dann auch die Hafenarbeiter an, das Schiff zu beladen. Dann plötzlich hören alle auf! Bis man mir signalisiert, dass das Wasser zu niedrig sei. Ebbe hat eingesetzt und der Winkel zwischen Rampe und Schiff ist zu ungünstig, dass die Kontainer beim Verladen nicht ins Schiff kommen. Also warten warten warten … irgendwann nacht kurz vor 22 Uhr geht es weiter und dann darf ich als letzter mit meinem Toyo auf das Schiff fahren … hat dann auch den Vorteil, dass ich zuerst raus komme … last in, first out
Nach zwölf Stunden Fahrt, Mittwoch Vormittag, Sharjahm, UAE. Innerhalb von 2 1/2 Std. prügel ich die Verzollung durch. Dann erst mal Orientierung, wo ist was, wo muß ich lang fahren. Ich will mir Dubai auf jeden Fall ansehen. Nachdem das Youth Hostel Dubai nur noch Gemeinschaftszimmer ab fünf Personen aufwärts hat, entscheide ich mich doch für ein etwas luxuriöseres Hotel. Man gönnt sich ja sonst nichts
und nach den zwei letzten Nächten bilde ich mir ein, ich hätte das verdient.
Dubai ist dann irgenwie ein Schock. Wenn man vorher vier Wochen im Iran war und nach Dubai kommt fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Sechsspurige Autobahnen, Porsche Cayenne kommen einen hier irgendwie mickrig vor. An einer Ampel bewundert ein Einheimischer mit Turban in seinem Ferrari meinen Toyota. Wir kommen kurz ins Gespräch. Er fragt mich gleich, was ich für mein Auto haben wolle und wenn ich es verkaufen wolle, soll ich an ihn denken. Wahrscheinlich wird es sein 23tes Auto in seinem Fuhrpark
Heute dann in den alten Vierteln von Dubai, am alten Hafen, dem Gold Souq, Gewürz Souq, dem Fischmarkt und den größten Einkaufszentrum der Stadt. Dort fühlt man sich dann wirklich wie bei uns, würden nicht ab und zu ganz- oder teilverschleierte Frauen und Männer in ihren traditionellen Gewändern herumlaufen. Die Namen der Läden wie bei uns. Möchte hier aber keine Werbung machen. Es hat aber alle Markennamen hier und mehr. Alles was der Mensch denkt zu brauchen. Am Hotelstrand kommt auch keine richtige Urlaubsstimmung auf. Rechts und links so weit man schauen kann Bettenburgen und Rohbauten. Gut, ich hab mir Dubai mal angesehen, werde aber sehr bald von hier weiter fahren. Mal sehen, was das Land sonst noch zu bieten hat und dann weiter in den Oman.
Bis demnächst,
Euer Jens Cullmann

